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For Parents & Schools

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Forschung.
 

In der Gruppe für sprachliche und kognitive Entwicklung sind wir daran interessiert zu verstehen, wie Kinder lernen. Um dies herauszufinden können wir die Kinder natürlich nicht einfach fragen. Stattdessen beobachten wir, wie sie Aufgaben, welche ihnen auf spielerische Art und Weise präsentiert werden, lösen.

Unsere Arbeit ist nur möglich dank der Unterstützung des Lehrpersonals, der Inspektoren, der Schulen, der Eltern und der Kinder. Ihnen allen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön im Voraus.

Durch die Mitarbeit an unserer Forschung helfen sie uns komplexe Lernprozesse besser zu verstehen. Dies ist wichtig um all unseren Kindern die bestmöglichen Chancen auf eine erfolgreiche Schullaufbahn garantieren zu können.

  

Untenstehend finden Sie eine Reihe von Fragen, die uns oft vom Lehrpersonal oder von den Eltern gestellt werden. Wenn Sie Lust haben an unserer Forschung teilzunehmen oder falls Sie weitere Informationen wünschen, zögern Sie nicht  sich bei Pascale Engel de Abreu zu melden.

  

Worum geht es bei unserer Forschung? 

In der Gruppe für sprachliche und kognitive Entwicklung sind wir daran interessiert zu verstehen, wie Kinder lernen, warum bestimmte Kinder an einer „spezifischen Lernschwierigkeit“ (z.B. Legasthenie, LRS) leiden, und wie wir unseren Kindern helfen können ihr volles Potenzial in der Schule auszuschöpfen.

Wir suchen nach wissenschaftlichen Antworten auf eine Reihe wichtiger Fragen, zum Beispiel:

  • Welchen Einfluss hat das Umfeld eines Kindes auf seine sprachliche und kognitive Entwicklung?
  • Wie kann man eine „spezifische Lernschwierigkeit“ bei einen mehrsprachigen Kind erkennen?
  • Wie lernen Kinder in einer Fremdsprache lesen und schreiben und wie können wir ihnen dabei helfen?
  • Warum haben so viele Kinder mit Migrationshintergrund Lernschwierigkeiten im luxemburgischen Schulsystem und wie können wir sie bestmöglich unterstützen?
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein damit ein Kind mehrsprachig werden kann?
  • Was sind die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die Entwicklung des Gehirns?

Weitere Informationen zu einzelnen Projekten finden Sie hier.

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Warum ist unsere Forschung wichtig?

Durch die Situation der Mehrsprachigkeit und dem hohen Anteil an Kindern in unseren Schulen die zuhause eine andere Sprache als Luxemburgisch sprechen, unterscheidet sich unser Land von den meisten anderen Ländern. Wir können also oft nicht einfach Forschungsergebnisse aus dem Ausland auf den luxemburgischen Kontext anwenden. Wir benötigen unsere eigene Forschung um genau zu verstehen wie Kinder in luxemburgischen Schulen lernen und wie wir ihnen hierbei bestmöglich helfen können.

In Luxemburg fehlt es an adäquaten Tests die Psychologen, Pädagogen, Logopäden und andere Professionelle benutzen können um die Sprachkompetenzen und andere kognitive Funktionen unserer Kinder evaluieren zu können. Deswegen ist es oft schwierig spezifische Lernschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen. Es zeigt sich das Problem, dass Tests die im Ausland entwickelt wurden, oft nicht für den luxemburger Kontext geeignet sind.

Unsere Forschung hilft uns komplexe Lernprozesse besser zu verstehen. Dieses Wissen kann dem Lehrpersonal dabei helfen die Kinder in der Schule besser unterstützen zu können. Eines unserer Hauptziele ist es, wissenschaftlich fundierte Tests und Interventionsmaterialien zu entwickeln, mithilfe derer man Kinder mit Lernproblemen frühzeitig entdecken und sie adäquat betreuen kann.

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Wie verläuft unsere Forschung und was passiert dabei mit den Kindern?

Wir besuchen oft Schulen und arbeiten einzeln mit jedem Kind. Dazu nehmen wir das Kind meistens aus der Klasse heraus und setzen uns mit ihm an einen ruhigen Platz in der Schule. Normalerweise dauert eine Evaluation nicht länger als 30 Minuten. Es kann aber vorkommen, dass wir ein Kind mehr als einmal sehen müssen. Wenn die Evaluation abgeschlossen ist bekommt das Kind normalerweise einen kleinen Preis, z.B. ein Buch oder ein Diplom.

Die Aufgaben werden dem Kind auf spielerische Art und Weise präsentiert. Verschiedene Aufgaben finden am Computer statt, andere sind sogenannte „Papier-Bleistift“ Aufgaben. Wir zeigen dem Kind z.B. Bilder (ein Hund, eine Sonne,...) und bitten es dann darum die Bilder zu benennen. Manchmal testen wir die Kinder auch in großen Gruppen im Klassensaal selbst.

In verschiedenen Projekten arbeiten wir auch über einen längeren Zeitraum intensiver mit einer Reihe von Kindern (einzeln oder in der Gruppe). Hierbei handelt es sich um sogenannte „Interventionsstudien“. Hierfür entwickeln wir Programme die den Kindern helfen sollen besser zu lernen (z.B. zu lesen). In einer Interventionsstudie kann dann z.B. eine Gruppe von Kindern mit einem unserer Programme arbeiten und eine andere Gruppe nicht (oder sie arbeitet mit einem anderen Programm). Wir testen die Kinder vor und nach der Intervention und beobachten, ob das Programm tatsächlich den Bereich gefördert hat den es fördern soll.

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Was müssen wir, als Forscher, zuerst tun bevor wir ein Kind testen dürfen?

Als erstes müssen wir die nötigen Gelder für unser Projekt einwerben. Dies passiert nicht automatisch. Zu diesem Zweck schreiben wir normalerweise ein sogenanntes „grant proposal“ (Förderantrag). An dem arbeiten wir oft monatelang. Diesen Förderantrag schicken wir dann an eine Agentur, die Forschung finanziell unterstützt, wie z.B. der „Fonds National de la Recherche Luxembourg“. Die lassen den Antrag dann von einer Reihe internationaler Experten begutachten. Oft wird nur ein geringer Teil aller beantragten Projekte tatsächlich zur Finanzierung empfohlen. 

Wenn das Projekt die Finanzierungszusage erhalten hat, stellen wir einen Antrag an eine unserer Ethik-Kommissionen (ERP oder CNER). Wenn laut Kommission alles in Ordnung ist, kontaktieren wir das Unterrichtsministerium und setzen uns mit den Inspektoren in Verbindung. Nur wenn beide Instanzen ihr Einverständnis geben, wenden wir uns an das Lehrpersonal.

Wenn das Lehrpersonal einverstanden ist an der Forschung teilzunehmen werden die Eltern der Kinder angeschrieben. Ihnen wird erklärt worum es bei der Forschung geht und sie werden über eventuelle Risiken aufgeklärt, so dass sie eine informierte Entscheidung treffen können ob sie ihr Kind an der Forschung teilnehmen lassen wollen oder nicht. Dies wird als „informed consent“ (informierte Einwilligung) bezeichnet. Selbstverständlich können die Kinder dann auch noch selber entscheiden ob sie letztendlich teilnehmen wollen oder nicht.

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Was erwartet mich, wenn ich als Lehrperson an einem Forschungsprojekt teilnehme?

Ein Forscher besucht Ihre Klasse und erklärt Ihnen genau worum es bei der Forschung geht und wie der genaue Ablauf geplant ist. Sie bekommen diese Informationen meist auch schriftlich. Meistens bitten wir Sie darum, den Kindern den „informed consent“-Brief (informierte Einwilligung) für die Eltern mitzugeben. Oft bitten wir Sie dann die Autorisierungsformulare nach ein paar Tagen wieder einzusammeln, nachdem diese von den Eltern unterschrieben wurden. Ein Forscher kommt dann bei Ihnen in der Klasse vorbei, nimmt alle Formulare mit und schaut mit Ihnen zusammen, wann genau mit den Tests begonnen werden kann.

Weil wir oft Hunderte von Kinder testen ist es nicht immer möglich für jedes Kind einen genauen Zeitpunkt festzulegen. Wir versuchen deshalb eher mit Ihnen zusammen die Tage zu finden an denen eine Testung NICHT in Frage kommt und legen generellere Perioden fest in denen die Kinder getestet werden könnten (z.B. in der Woche des 1. Oktobers). Der Forscher holt das Kind dann bei Ihnen in der Klasse ab, arbeitet eine Zeitlang mit ihm, bringt es dann zurück in die Klasse und nimmt das nächste Kind mit. Wir tun unser Möglichstes damit dieses „va-et-vient“ („Kommen und Gehen“) den normalen Schulablauf so wenig wie möglich stört.

Bei verschiedenen Projekten bitten wir Sie darum einen Fragebogen auszufüllen. Dies kann sehr kurz sein, oder aber etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, dass Ihnen bewusst ist, welchen Aufwand die Forschung für Sie mit sich bringt. Zögern Sie deshalb also nicht Fragen zu stellen.

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Was erwartet mich, wenn ich als Elternteil an einem Forschungsprojekt teilnehme?

Bei den meisten Projekten arbeiten wir mit den Kindern in der Schule. Normalerweise bringt Ihr Kind einen Brief mit nach Hause, den es vom Lehrpersonal erhalten hat. Dieser Brief besteht aus einem Informationsblatt und einem Autorisierungsformular. Im Informationsblatt erklären wir Ihnen genau worum es bei der Studie geht und klären Sie über den genauen Ablauf sowie eventuelle Risiken auf. So können Sie eine informierte Entscheidung treffen, ob Sie Ihr Kind an der Studie teilnehmen lassen wollen oder nicht. Meistens bitten wir Sie dann das Autorisierungsformular auszufüllen und es durch Ihr Kind der Lehrperson zukommen zu lassen.

In verschiedenen Projekten bitten wir Sie darum einen Fragebogen auszufüllen, z.B. bezüglich der Sprachen die bei Ihnen zuhause gesprochen werden. Diese Informationen werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt, anonym analysiert und das Lehrpersonal hat keinen Zugang zu diesen Daten. Sie sind nicht verpflichtet diesen Fragebogen auszufüllen. Es kann aber sein, dass Ihr Kind nicht an der Studie teilnehmen kann, wenn uns gewisse Informationen fehlen.

Manchmal arbeiten wir auch mit Kindern in unserem Labor an der Uni. In dem Fall werden Sie natürlich gebeten Ihr Kind zu begleiten. Dafür erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung für Ihre Fahrkosten sowie normalerweise auch für Ihren Zeitaufwand. Dies wird Ihnen alles ganz genau erklärt bevor Sie die Entscheidung treffen am Projekt teilzunehmen.

Es ist wichtig dass, Ihnen bewusst ist, welchen Aufwand die Forschung für Sie mit sich bringt. Zögern Sie deshalb also nicht Fragen zu stellen.

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Bin ich/ist mein Kind verpflichtet an der Forschung teilzunehmen? 

Nein. 

Die Mitarbeit an unseren Studien ist rein freiwillig. Weder Sie noch Ihr Kind sind in jedweder Hinsicht verpflichtet teilzunehmen.

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Von wem werden die Kinder getestet?

Die Kinder werden von Personen getestet, die ein Diplom in Psychologie oder Erziehungswissenschaften haben oder ein entsprechendes Studium absolvieren und von einem Professor der Universität Luxemburg betreut werden.

Unser Team besteht aus:

  • Professoren – Sie haben einen Doktortitel (und normalerweise Erfahrung im Postdoc-Bereich) und einen Lehrstuhl an der Universität Luxemburg. Sie dürfen unabhängig forschen, Forschungsgelder beantragen, Doktoranten und Postdoc-Studenten betreuen, sowie an der Uni unterrichten.
  • Postdoc-Forscher – Sie haben einen Doktortitel und forschen relativ unabhängig auf ihrem Forschungsgebiet unter der Leitung eines Professors.
  • „Research Associates“ – Sie haben oft ein Master-Diplom und arbeiten an einem spezifischen Forschungsprojekt.
  • Doktoranten – Sie haben ein Master-Diplom und studieren weiter in der Absicht einen Doktortitel zu erlangen.
  • Bachelor, Master-Studenten – Sie sind Studenten in der Psychologie oder Lehrerausbildung und lernen wie man forscht. Sie werden intensiv ausgebildet und betreut bevor sie mit Kindern in Schulen arbeiten dürfen.

Weitere Informationen zu unserem Team finden Sie hier.

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Können die Schule, das Ministerium, das Lehrpersonal oder die Eltern Zugang zu den Daten einzelner Kinder bekommen? 

Nein.

Das Abschneiden EINZELNER Kinder wird nicht analysiert. Stattdessen beobachten wir den allgemeinen Trend einer Gruppe von Kindern. Alle Informationen werden streng vertraulich behandelt und dienen einzig und allein zu Forschungszwecken. Lediglich die kleine Gruppe an Forschern, die direkten Kontakt zu den Kindern hat, erhält Zugang zu den Rohdaten. Alle Daten werden anonym analysiert.

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Erstellen Sie auch Diagnosen?

Nein. 

Obgleich unser Team zum größten Teil aus qualifizierten Psychologen besteht, diagnostizieren wir keines der an unserer Forschung teilnehmenden Kinder mit intellektuellen Defiziten, einer spezifischen Lernschwierigkeit oder anderen Störungen. Wenn wir die Kinder testen, geschieht dies nicht in einem klinischen Umfeld. Um eine korrekte Diagnose stellen zu können ist das richtige klinische Umfeld jedoch enorm wichtig.

Es kommt allerdings oft vor, dass Eltern oder das Lehrpersonal an uns herantreten weil sie sich Sorgen um ein Kind machen. In dem Fall raten wir dazu das Kind einer der Anlaufstellen der „Education différenciée“ (z.B. Equipes Multiprofessionnelles) zu melden und es testen zu lassen.

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Welchen Nutzen haben die Kinder von einer Teilnahme an einer Studie?

Unsere Aufgaben regen die Kinder zum Denken und Überlegen an. Die Kognition wird also gefördert. Die Kinder lernen ebenfalls, aus eigener Erfahrung, was Forschung ist und wie sie vonstatten geht. Die individuelle Betreuung durch eine qualifizierte Person wird ebenfalls von den meisten Kindern als Bereicherung empfunden.

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Teilnahme an unseren Studien den Kindern großen Spaß bereitet. Sie finden die Aufgaben normalerweise sehr spannend. Wenn sie fertig sind bekommen die Kinder einen kleinen Preis, z.B. ein Buch oder ein Diplom. Dies ist ein schönes Erfolgserlebnis und sie sind oft sehr stolz dass sie so gut gearbeitet haben.

Kinder, die nicht an unseren Studien teilnehmen dürfen, sind in der Regel enttäuscht. Es kommt dann auch oft vor, dass das Autorisierungsformular doch noch von den Eltern unterschrieben wird, weil die Kinder zuhause vom Projekt erzählen und ihre Eltern davon überzeugen, dass sie teilnehmen möchten.

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Was passiert mit den Resultaten?

Sobald wir die Daten analysiert haben schreiben wir normalerweise einen Artikel darüber und schicken diesen an eine wissenschaftliche Zeitschrift, zum Beispiel das Journal of Educational Psychology. Die Zeitschrift schickt den Artikel dann an eine Reihe internationaler Experten, die ein professionelles Urteil über die Forschung abgeben. Dies nennt man „peer review“. Das dauert in der Regel zwischen 6 bis 12 Monaten und die allermeisten Artikel werden abgelehnt. Deshalb dauert es oft recht lange, bevor wir unsere Ergebnisse veröffentlichen können. Wissenschaftliche Artikel die, aus unserer Forschung entstanden sind, finden Sie hier.

Wenn wir etwas Wichtiges herausgefunden haben veröffentlichen wir oft auch eine Pressemitteilung, und falls das Thema Journalisten interessiert, werden unsere Ergebnisse auch in der nationalen (oder internationalen) Presse vorgestellt. Beispiele dafür finden Sie hier.

Alljährlich im September erscheint auch ein Newsletter der LEARN Gruppe, in dem wir unsere Ergebnisse der allgemeinen Öffentlichkeit präsentieren. Dieser Newsletter ist in luxemburgischer und französischer Sprache abgefasst und wird über das Unterrichtsministerium an alle Schulen im ganzen Land verschickt. Den Newsletter gibt es auch in einer Online-Version, die Sie hier finden.

Wir versuchen ebenfalls unser Bestes unsere Ergebnisse über andere Wege bekannt zu machen, zum Beispiel durch Konferenzen, Vorträge, Interviews, Websites... Beispiele dafür finden Sie hier.

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